In diesem Wegweiser findet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Anlaufstellen, die – je nach Anlass und Bedarf – Unterstützung geben. Weil es so viele sind, haben wir versucht, sie nach Anlass und (besonderen) Bedarfen zu gliedern. Es empfiehlt sich aber, den Wegweiser komplett herunterzuladen, um im Einzelfall in Ruhe die jeweils passende Anlaufstelle zu suchen. Zusätzlich weisen wir am Ende auf das Gewaltschutzgesetz und die neue psychosoziale Prozessbegleitung in Strafverfahren hin.

Akute Notsituation

Wo gibt es Schutz und erste Hilfen?

Wenn Frauen von Partnern oder Partnerinnen, Vätern, Brüdern, Freunden oder Fremden misshandelt und bedroht werden, bieten die Polizei, das Frauenhaus.EN und die Frauenberatung.EN Schutz und erste Hilfen.

Die Polizei kann den Täter aus der Wohnung verweisen, ihm die Wohnungsschlüssel abnehmen und ihm für 10 Tage die Rückkehr verbieten. Wenn Frauen nicht in der Wohnung bleiben wollen, hilft sie Betroffenen, ein Frauenhaus zu finden.

Polizei Notruf
Telefon 110


Das Frauenhaus.EN bietet Frauen und ihren Kindern Tag und Nacht Zuflucht und Sicherheit. Frauen können hier in Ruhe über ihre Zukunft nachdenken und Entscheidungen für ihren weiteren Lebensweg treffen. Sie erhalten individuelle Beratung und Unterstützung.

Frauenhaus.EN

Telefon: 02339 6292
E-Mail: info(at)frauenhaus-en.de

Die Frauenberatung.EN berät und begleitet Frauen in schwierigen Lebenssituationen kostenlos, vertraulich und bei Bedarf mit Dolmetscherinnen. Sie hilft Frauen, sich vor weiterer Gewalt zu schützen, sie berät in Trennungssituationen und unterstützt Frauen, sich neu zu orientieren. Darüber hinaus berät und schult die Frauenberatung.EN haupt- und ehrenamtlich Tätige im Umgang mit gewaltbetroffenen und traumatisierten Frauen.
Hierzu arbeitet sie eng mit Ärzten, Anwälten und Therapeuten beiderlei Geschlechts und Kliniken im GESINE-Netzwerk Gesundheit.EN zusammen. Zugewanderten und geflüchteten Frauen bietet sie Informationsmaterial auf türkisch, serbo-kroatisch, arabisch und englisch. Zudem finden Frauen auf der Homepage der Frauenberatung Informationen in verschiedenen Sprachen zum Thema Gewaltschutz.

Frauenberatung.EN

E-Mail: info(at)frauenberatung-en.de
www.frauenberatung-en.de

Markgrafenstraße 6
58332 Schwelm

Telefon: 02336 4759091

Augustastraße 47
58452 Witten

Telefon: 02302 52596

Talstraße 8
45525 Hattingen

Telefon: 02324 38093050

gesine.netzwerk gesundheit.EN

Telefon: 02336 4759152
E-Mail: info(at)gesine-intervention.de

www.gesine-intervention.de

Opferschutz

Ansprechpartner*innen in der Region

Opferschutzbeauftragte der Polizei

Rat geben auch die Opferschutzbeauftragten der Polizei, die eng mit der Frauenberatung und dem Frauenhaus zusammenarbeiten und für den Umgang mit gewalttätigen und nachstellenden Partnern geschult sind.

Hauptstraße 108
58332 Schwelm

Telefon: 02336 91662957 oder –2956
Telefax: 02336 819969

für Witten:
Uhlandstraße 35
44791 Bochum

Telefon: 0234 9094050 oder -4059
Telefax: 0234 90940

Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen – Ambulanz und Anlaufstelle

Kinder und junge Menschen, die sexuell missbraucht oder belästigt werden, finden bei pro familia in der Kinder- und Jugendschutzambulanz in Schwelm und bei „Horizonte“ in Witten zwei besondere Anlaufstellen. Die Mitarbeiterinnen dort beraten und begleiten junge Menschen bis zu 27 Jahren, sowie deren Eltern oder Bezugspersonen. Erwachsene und Fachkräfte, die einen Missbrauch oder Häusliche Gewalt vermuten, können sich ebenfalls an pro familia wenden. Die Beratung erfolgt kostenlos und auf Wunsch anonym.

pro familia Beratungsstelle EN-Süd und KIZZ

Wilhelmstraße 45
58332 Schwelm

Telefon: 02336 443640
E-Mail: en-suedkreis.kizz(at)profamilia.de
E-Mail: en-suedkreis(at)profamilia.de

pro familia Horizonte

Annenstraße 120
58453 Witten

Telefon: 02302 698935
E-Mail: witten-horizonte(at)profamilia.de

WEISSER RING e.V.

Der WEISSE RING bietet Frauen nach einer Straftat kostenlos persönliche Unterstützung und finanzielle Hilfen. Er informiert über Rechte und Hilfsmöglichkeiten und begleitet Frauen z.B. zur Polizei oder zur Gerichtsverhandlung.

Bundesweites Hilfetelefon

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Das Bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet Frauen rund um die Uhr vertraulich, anonym, kostenfrei und mehrsprachig in allen Fragen körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt Hilfe an. Bei Bedarf werden Dolmetscherinnen in aktuell 17 Sprachen zum Gespräch hinzugeschaltet, sowie die Beratung hörgeschädigter Frauen ermöglicht. Frauen können das Hilfetelefon auch ohne Guthaben auf dem Mobiltelefon nutzen.


Geflüchtete Frauen

Beratung, Therapie und medizinische Unterstützung

Beratung und Gesprächsangebote, um das Erlebte zu überwinden und in der neuen Umgebung Fuß zu fassen, finden geflüchtete Frauen und Männer in den Einrichtungen der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum und Hattingen und bei der Diakonie Mark Ruhr.

Flüchtlingsberatung und Therapiezentrum in Bochum mit Beratungsstelle in Hattingen

Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum engagiert sich für Geflüchtete und Familienangehörige, die schwere Menschenrechtsverletzungen und Folter erlitten haben. Sie bietet psychologische und mehrsprachige therapeutische Unterstützung an und unterhält ein eigenes Therapiezentrum für Überlebende von Folter und Krieg in Bochum sowie eine Beratungsstelle in Hattingen. Außerdem berät sie in allen Fragen des Asyls und des Aufenthaltsrechts sowie in sozialen und persönlichen Angelegenheiten (Familie, Wohnen, Arbeit). Sie begleitet zu Behörden, hilft, Ansprüche geltend zu machen und vermittelt zu RechtsanwältInnen, TherapeutInnen und ÄrztInnen. Menschen ohne Papiere werden kostenlos und anonym behandelt.

Medizinische Flüchtlingshilfe, MFH Bochum

Bahnhofstraße 60
45525 Hattingen

Telefon: 02324 3446017
Bochum: 0234 3259272
E-Mail: fluechtlingsberatung-hattingen(at)mfh-bochum.de

Psychosoziales Zentrum Hagen

Das Psychosoziale Zentrum innerhalb der Flüchtlingsberatung Hagen der Diakonie Mark-Ruhr ist eine Anlaufstelle für Geflüchtete, die sich in Hagen und Umgebung aufhalten. Menschen, die ihre Situation als seelisch belastend empfinden, finden hier therapeutische Unterstützung und psycho-soziale Betreuung. Aber auch in Fragen des Asylverfahrens, des Aufenthalts, sowie in sozialen und persönlichen Angelegenheiten gibt es Unterstützung. Für eine große Anzahl an Sprachen stehen geschulte Sprach- und Kulturmittelnde zur Verfügung.

Beratung für Opfer von Menschenhandel und Beschneidung

Die Diakonie Mark-Ruhr bietet innerhalb der Zuwanderungsberatung zusätzlich eine spezialisierte Beratung für Opfer von Menschenhandel an. Sie berät, unterstützt und begleitet Frauen und junge Mädchen, die sich aus einer Zwangslage befreien wollen. Je nach persönlichen Voraussetzungen können hier auch sichere Unterbringungsmöglichkeiten und Rechtsanwälte/-innen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

…und ein Runder Tisch

Unter der Leitung der Diakonie engagiert sich ebenfalls ein Runder Tisch gegen Beschneidung von Mädchen in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Netzwerke für gewaltbetroffene Frauen

Informationen, Schulungen, Beratung und Materialien

Mit dem Runden Tisch EN gegen Häusliche Gewalt und dem GESINE-Netzwerk Gesundheit.EN engagieren sich zwei große Netzwerke für gewaltbetroffene Frauen im EN Kreis. Die Gleichstellungsbeauftragten in den Städten und im Kreis sind aktiv an den Netzwerken beteiligt und können Ratsuchenden als Lotsinnen zur Seite stehen.

Schutz und Versorgung verbessern: der Runde Tisch EN

Der Runde Tisch EN ist ein Zusammenschluss von Fachleuten aus der Praxis, die sich gemeinsam für den Schutz und eine gute gesundheitliche Versorgung gewaltbetroffener Frauen im Kreis stark machen.
Seit 2010 haben die Mitwirkenden die Unterstützung zugewanderter Frauen systematisch im Blick, seit 2015 vernetzen und entwickeln Akteurinnen in einer Arbeitsgruppe spezielle Angebote für gewaltbetroffene traumatisierte geflüchtete Frauen. Die Schulung von Menschen, die haupt- und ehrenamtlich mit traumatisierten Frauen zu tun haben, gehört dazu.

Runder Tisch EN

Geschäftsführerin:
Frau Petra Bedow
Gleichstellungsbeauftragte Ennepe-Ruhr-Kreis

Telefon: 02336 932430
E-Mail: P.Bedow(at)en-kreis.de

Fortbildung für Fachkräfte: das GESINE-Netzwerk

Das GESINE-Netzwerk Gesundheit.EN verbindet Menschen aus medizinischen, therapeutischen und sozialen Berufen, um gewaltbetroffene Frauen bestmöglich zu behandeln. Hierzu gehören Fortbildungen für Mediziner/-innen und andere Fachkräfte, um Hinweise auf Gewalt bei Patientinnen besser erkennen und ansprechen zu können. Auf der Homepage von GESINE finden sich zahlreiche mehrsprachige Informationen, Materialien und Fortbildungsangebote zum Thema Häusliche Gewalt und Frauen und Flucht für Ratsuchende und Multiplikatoren/-innen.

GESINE-netzwerk gesundheit.EN

Telefon: 02336 4759152
E-Mail: info(at)gesine-intervention.de

www.gesine-intervention.de

Lotsinnen in der Region: Gleichstellungsbeauftragte der Städte und Kreise

Gleichstellungsbeauftragte vermitteln Kontakte in ihren Städten und auf Kreisebene zu Beratungsangeboten für Frauen. Sie kennen Treffpunkte für Frauen vor Ort, wo diese ohne große Hürden Kontakte knüpfen, Vertrauen aufbauen und von Hilfsangeboten erfahren können.

Ennepe-Ruhr-Kreis

Frau Petra Bedow

Telefon: 02336 932430
E-Mail: P.Bedow(at)en-kreis.de

Ennepetal

Frau Sabine Hofmann

Telefon: 02333 979207
E-Mail: shofmann(at)ennepetal.de

Gevelsberg

Frau Christel Hofschöer

Telefon: 02332 771124
E-Mail: christel.hofschroeer(at)stadtgevelsberg.de

Hattingen

Frau Erika Beverungen-Gojdka

Telefon: 02324 2043010
E-Mail: e.beverungen-gojdka(at)hattingen.de

Herdecke

Frau Evelyn Koch

Telefon: 02330 611297
E-Mail: Evelyn.Koch(at)herdecke.de

Schwelm

Frau Annika Appelkamp-Decker

Telefon: 02336 801209
E-Mail: Appelkamp-Decker(at)Schwelm.de

Sprockhövel

Frau Sabine Schlemmer

Telefon: 02339 917347
E-Mail: schlemmer(at)sprockhoevel.de

Wetter

Frau Ursula Noll

Telefon: 02335 840290
E-Mail: ursula.noll(at)stadt-wetter.de

Witten

Frau Cornelia Prill

Telefon: 02302 5811610
E-Mail: cornelia.prill(at)stadt-witten.de

Extra

Gesetze, Begleitung in Verfahren

Gewaltschutzgesetz

Unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus gilt das Gewaltschutzgesetz für alle Frauen, die Gewalt erleben. Das Gericht kann erlassen, dass ihnen die Wohnung zur alleinigen Nutzung zugewiesen wird und dass ihr Partner sich ihnen nicht nähern oder Kontakt zu ihnen aufnehmen darf (z.B. per Telefon, SMS, Email). Hierzu muss ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung nach dem Gewaltschutzgesetz (§§ 1 und 2 GewSchG) beim Amtsgericht ihres Wohnortes gestellt werden. Die Frauenberatung.EN und Anwälte oder Anwältinnen können hierbei unterstützen.

Neu seit Januar 2017:
Die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren

Psychosoziale ProzessbegleiterInnen bieten Opfern einer Straftat qualifizierte Betreuung, Informationen und Unterstützung an. Sie erleichtern das Verständnis für die Abläufe im Strafverfahren und geben Menschen, die sich mit polizeilichen Ermittlungen und Justizbehörden nicht auskennen, eine bessere Orientierung.
Psychosoziale Prozessbegleitung wird nur von besonders erfahrenen und speziell qualifizierten Fachleuten der Opferhilfe durchgeführt. Sie sind im Rahmen ihrer Tätigkeit zur Verschwiegenheit verpflichtet, müssen jedoch ihren gesetzlichen Aussagepflichten – beispielsweise vor Gericht – nachkommen.
Neben der Information über den Ablauf und die Aufgaben der beteiligten Personen im Strafverfahren gehört zur Prozessbegleitung auch die Begleitung zu Vernehmungen, die Betreuung während der Wartezeiten und Hilfen bei der Bewältigung von Ängsten vor und möglichen Belastungen in einem Strafverfahren.

Frau Elisabeth Gowert

Haynauer Straße 14
58332 Schwelm

Telefon: 02336 474880
E-Mail: elisabeth.gowert(at)lg-hagen.nrw.de